Geschichte Schützenverein

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Schützenverein Hemmern e.V.  

Zur Geschichte des Schützenvereins Hemmern bzw. zu geschichtlichen Ereignissen, die den Verein betreffen, lässt sich eine Menge berichten und sagen.

An dieser Stelle soll und kann es jedoch nur ein Streifzug durch die interessante „Lebensgeschichte“ unseres Ver-eins sein.

Die erste bekannte Erwähnung des Schützenvereins Hemmern datiert zurück auf das Jahr 1859. Eine urkundliche Erwähnung, wie sie bei der Gründung vieler anderer Schützenbruderschaften und -vereine gibt, ist leider nicht bekannt. Daher lässt sich das Jahr 1859 nur aus alten, dem Verein vorliegenden Schriftstücken, ergründen. In den Jahren bis 1897 ist dementsprechend nichts über Vereinsaktivitäten und derglei-chen bekannt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden, wie aus den alten Akten her-rührt, jährlich „Vereinsfeste um Johanni“ gefeiert. Aus der Satzung vom 16. Mai 1897 geht hervor, dass, wie es in unserem Verein bis heute der Fall ist, die Durchführung eines Schützenfestes von der Generalversammlung festgesetzt wird.

Satzungen sind sicherlich die Grundlage für die Gestaltung eines Vereinslebens und haben somit wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung und Gestaltung des Festes und des Schützenlebens im Schützenjahr. Die im Jahr 1897 entstandene Satzung prägt somit in besonderer Weise den Schützenverein bis in die heutige Zeit. Der Ur-sprungsgedanke des Vereins hat sicherlich auch gegenwärtig seinen Bestand.

„Der Verein hat sich die Erfüllung folgender Aufgaben zum Ziel gesetzt:

• Die Pflege der Liebe zur Heimat und des Heimatgedankens,

• die Förderung des bürgerlichen Zusammenhalts,

• die Bewahrung heimatlicher Sitten und Bräuche und

• die Veranstaltung traditioneller Feste.“

Hier liegt die eigentliche Begründung des heutigen Schützenfestes als Volksfest.

Für eine 160 Einwohner zählende Gemeinde wie Hemmern, dessen Schützenverein heute ca. 110 Mitglieder hat, ist die Durchführung eines Schützenfestes stark von der finanziellen Belastung abhängig. Nach dem 2. Weltkrieg bis Mitte der 1970er Jahre gab es Unregelmäßigkeiten was den Termin des Festes anbetrifft. Seit 1974 wird im 2-jährigen Turnus am 3. Wochenende im Juli gefeiert. Bedingt durch die jedoch im 2-

jährigen Abstand stattfindenden Fußball - Weltmeisterschaften und - Europameister-schaften wird seit 1983 in ungeraden Jahren gefeiert. Eine Besonderheit ist seit 1926, dass die Festfolge von Freitags bis Sonntags erfolgt.

Zu Beginn unseres Vereinslebens durfte das Fest nur 2 Tage (Sonntag und Montag) dauern und es gab auch schon einen König und eine Königin, welche aber nicht na-mentlich erwähnt sind. Ab 1905 werden die Königspaare in unserer Chronik erwähnt. Die ersten Schützenfeste wurden in den Räumlichkeiten der damaligen Gastwirt-schaft Krane und einem Zeltanbau gefeiert. Das Vogelschießen wurde bis 1976 auf Füser’s Wiese (beim Wasserbehälter Richtung Mucht) von einer freistehenden Holz-stange durchgeführt, wobei das Gewehr freihändig gehalten werden musste. In der Zeit nach dem Krieg wurde der Vogel aufgrund des Schusswaffenverbotes mittels einer Armbrust, welche heute im Vereinshaus zu besichtigen ist, zu Boden befördert. Im Januar 1976 wurde seitens der Generalversammlung beschlossen, eine neue „Geschossanlage“ mit Kugelfang anzuschaffen. Dieses Vorhaben, wie auch viele andere in der Vereinsgeschichte, wurde und konnte auch nur durch die großzügige Spendenbereitschaft der Schützenbrüder verwirklicht werden. Als Standort für dieses Vorhaben wurde der ehemalige Schulhof, der heutige Schützenplatz, ausgewählt.

Von 1972 bis 1976 wurden die Schützenfeste auf dem neuerrichteten Gemeindesaal bei Schäfermeiers gefeiert. Seit Ende der 1970er Jahre finden die Hochfeste unter festlich geschmückten Zelten auf dem Schützenplatz unweit der Vogelstange statt.

Ein besonderer Höhepunkt in der fast 150-jährigen Vereinsgeschichte ist das Jahr 1965. Der damalige Hemmeraner König und Feldwebel der Bundeswehr, Egon Füser, wird beim Preis- und Kreiskönigsschießen in Lippstadt Kreiskönig des Kreisschützenbundes Lippstadt. Originalpassage aus dem Patrio-ten: „Mit dem 120. Schuss als erster Schütze im fünften Durch-gang visierte er das schon arg zerrupfte Federtier scharf an und - herunter kam der stolze Vogel samt Zepter und Krone. Einer der jüngsten Schützenkönige im Lippstädter Kreisgebiet, mit über 1,90 Meter bestimmt auch der größte, wurde Feldwebel Füser mit diesem Meisterschuß Kreisschützenbundkönig. Seine Schützenbrüder aus Hemmern wußten sich vor Freude kaum zu

Nach dem Meister-

schuss: Egon Füser

lassen, Feldwebel, König und Kreiskönig in einer Person, daß hat es beim Kreis-schützenbund bisher noch nicht gegeben.“

Ein weiterer Meilenstein war das Jahr 2000, wo der Schützenverein zusam-men mit der Spiel- und Sportgemein-schaft Hemmern am 22. Juli das durch komplette Eigenleistung geschaffene Vereinshaus im Beisein vieler Freunde und Nachbarn einweihen konnte. Durch diesen Bau hat nicht nur das Schützenwesen, sondern das ge-samte Vereinswesen in Hemmern ein eigenes Zuhause erhalten.

Blick auf das Vereinshaus und den Schützenplatz

Hier werden seitdem viele Aktivitäten im Vereinsleben durchgeführt. Allen voran die Versammlungen aber auch Feste wie Vereinsbälle, Konzerte, Preisknobeln etc.

Das Schützenwesen in Hemmern konnte im Jahr 2005 auf das 100-jährige Jubiläum seiner 1905 geweih-ten Schützenfahne zurückblicken. Lei-der gehen auch 100 Jahre an einer Fahne nicht spurlos vorüber. Nach mehrmaliger Restauration beschloss man 2003 diese Fahne weiter in Ehren zu halten, aber künftig nicht mehr den Einflüssen des Vereinslebens auszu-setzen.

Schützenfahne von 1905

Daher vollzog die Generalversammlung den Beschluss, eine neue Fahne anzuschaf-fen. Nach intensivem Gedankenaustausch unter der Federführung von Josef Schä-fermeier jun. wurden verschiedene Vorschläge zur Gestaltung erarbeitet und 2004 der beste Vorschlag ausgewählt. Doch die Weihe der neuen Fahne sollte nicht nur ein Fest für das Hemmeraner Schützenvolk sein, vielmehr wurde ein glanzvoller Kraftakt für das kleine Dorf vollzogen: Unter der Beteiligung aller dem Stadtschüt-

zenbund Rüthen angehörigen Schützenbruderschaften und -vereine, sowie den be-freundeten Nachbarvereinen aus Weine und Siddinghausen wurde die neugeweihte Fahne am 23. Juli 2005 durch Kreisschützenoberst Karl-Heinz Benteler dem Schüt-zenverein Hemmern feierlich übergeben.

Feierliche Übergabe der neuen Schützenfahne durch Kreis-oberst Karl-Heinz Benteler im Sommer 2005

Betrachtet man insbesondere den Weg des Vereins nach dem Kriege, so muss man feststellen, dass die verantwortlichen Vorstände es hervorragend verstanden haben, Altbewährtes und Traditionelles mit Modernem und Attraktivem zu verbinden.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf unseren Schützenverein!

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