Geschichte

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Geschichte von Hemmern

 

 

 

 

Geschichte des Ortes Hemmern

 

Hemmern liegt, wie fast alle unsere Dörfer ringsum, nach altgermanischer Siedlungsweise in einer Mulde an einer Quelle, einem Born, dessen Wasser für die Höfe lebensnotwendig war (heute noch vorhandener Born an der Grundstraße hinter dem Hause Mertens) Sein ursprünglicher Name war Hathumare, Hathemar. Er bedeutet "Dorf am Streitborn". Diesen Namen hat das Dorf nicht wegen seiner Lage an der Grenze zwischen Kurköln und Paderborn, denn diese Landesgrenze wurde erst im Laufe des 13. Jahrhunderts gezogen, sondern wegen seiner Lage an der Grenze zwischen den markenberechtigten Orten mit ihrem reichen Waldbesitz und den nichtmarkenberechtigten Dörfern. Der ursprüngliche Waldbesitz des Ortes hatte schon in uralter Zeit den Rodungen, der Urbarmachung weichen müssen. Die erste urkundliche Erwähnung geschieht nicht - wie lange geglaubt - im Jahre 1222, als Hethemere, sondern schon 1146. Damals hatte Herbold von Heddinghausen vom Kölner Erzbischof Engelbert durch seine Frau Güter erworben "bei Hethemere", die er aber 1255 an das Abdinghofkloster in Paderborn weiterverkaufte. Leider sind alle Folgerungen für die Geschichte des Dorfes Hemmern, die früher aus den Urkunden über die Weihe der Kirche zu Meiste gezogen wurden, hinfällig, seitdem ihre Unechtheit nachgewiesen wurde. "Urkundliche Beweise im Mittelalter für das Dorf sind kaum zu beschaffen, da der öfter vorkommende Name "Hemern" oder "Hemmerde" sich nur selten auf Hemmern bezieht, sondern in den meisten Fällen auf das heutige Hemer bei Iserlohn und Hemmerde bei Unna. Der Historiker von Steinen weiß zu berichten, dass 1377 am "Rolingerschlag" bei Hemmern eine folgenschwere Schlacht stattgefunden habe. Hemmern gehört von jeher zur Pfarrei Altenrüthen und hat als letztes Dorf dieses Kirchspiels eine Kapelle erhalten: die St. Anna Kapelle (»St.Anna Kapelle) 1709, deren Bau durch eine Legende verklärt wurde. Demnach hätten zwei Engel mit brennenden Kerzen in den Händen schon lange vor Ausführung des Baus den von Gott gewünschten Standort des Heiligtums angezeigt; es waren wohl Irrlichter, Sumpflichter. Nachdem die St. Anna Kapelle zunächst vom Rüthener Kapuzinerguardian benediziert war, wurde der Grafschafter Abt Coelestin am 24.August 1711 vom Weihbischof von Köln damit beauftragt, die Kapelle und den Altar feierlich zu konsekrieren. Nach der Erbauung der Kapelle kam auch das Schulwesen der Gemeinde wieder in Schwung, das durch den Dreißigjährigen Krieg vernichtet war. Hemmern kann sich rühmen, eine schulische Einmaligkeit, einen "Schuleremitenlehrer" besessen zu haben. Im Totenbuch der Pfarrei Altenrüthen steht zu lesen: "Am 5. Juli 1793 verstarb Frater Paulus Schulte aus Hegensdorf im Paderbornschen, Mitglied des Schuleremitenordens, der 19 Jahre lang das Schulamt in Hemmern fleißig und erfolgreich geführt hatte, im verhältnismäßig frühen Alter von nur 48 Jahren." Da sich Hemmern der Verlegung der Kreuzvikarie von Altenrüthen nach dort widersetzte, das durch den Siebenjährigen Krieg verarmte Dor "könne diese Belastung nicht tragen" trennte der Kurfürst und Erzbischof von Köln diese Pfründe wieder von Hemmern, verlegte sie an die Kirche zu Menzel, wo sie auf Dauer auch nicht gehalten werden konnte. Schließlich wurde sie als Schulvikarie nach Altenrüthen zurückverlegt. Die seelsorgliche Betreuung Hemmerns wurde von Köln den Kapuzinern von Rüthen "mit Lust und Last" übertragen, dauerte aber nur bis zur Ausweisung der Patres aus Rüthen durch die neue hessische Regierung am 06. April 1804. Schon bald nach der Erbauung der ersten Kapelle dachten die Hemmeraner an eine Erweiterung oder gar an einen Neubau der Kapelle. Pläne wurden genug gemacht, Baupläne angefertigt; aber der 1. Weltkrieg und die folgenden Notzeiten ließen alle Planungen scheitern. Der Zustrom der Ostvertriebenen in den Westen zwang auch Hemmern zu einer Lösung des Kapellenproblems. In einer beispielhaften Opferfreude und mit Hilfe des Paderborner Generalvikariats wurde dieses Problem glücklich gelöst. Darum war es eine verständliche Freude für die Bevölkerung, als nach jahrzehntelangem Planen am 18. Oktober 1959 die neue St.Anna Kapelle unter größter Beteiligung der Kapellengemeinde in feierlicher Form benediziert wurde. Alle Gemeindemitglieder, auch die nun in der Fremde weilenden, hatten finanzielle Opfer auf sich genommen. Die neue Kapelle war ein Schmuckstück, eine Meisterleistung des Architekten Stiegemann aus Warstein geworden. Dazu eine Anmerkung: bei den Abbrucharbeiten stieß man auf eine ganz besondere bauliche Eigenart, die die geistige Mitwirkung der Rüthener Kapuziner beim Bau verriet. Das Chor der Kapelle von 1709 war nicht, wie man zunächst annahm, leicht zur Seite hin "verschoben" und der Steinsockel des Altars "schief" angelegt - also ein Fehler des Baumeisters - ,sonder ein mittelalterlicher Brauch beim Bau von Franziskanerkirchen. Man schob die Mittelachse der Chorrückwand etwas zur Seite, um anzudeuten "Christus neigte sein Haupt und starb". In der Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur gibt es neben den bäuerlichen Betrieben einen Stahlbaubetrieb, eine Zargenfabrik und einen Betrieb, der Zulieferteile z.B. für die Automobilindustrie fertigt. Insgesmt pendeln etwa 45 Personen zu Arbeitsstätten, vorwiegend in Rüthen und Lippstadt, während etwa 25 Personen in Hemmern beschäftigt sind. In der landwirtschaftlichen Struktur bestehen nur noch wenige Vollerwerbshöfe.
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